Theorie

Polarisation der Aufmerksamkeit
Jedes Kind arbeitet in seinem eigenen Tempo und kann sich auf die jeweilige Aufgabe gezielt fokussieren. Erst, wenn für das Kind die Aufgabe beendet ist, ist sie zu Ende.

Wichtig:  Wenn das Kind zu schnell aufgibt, weil es ihm zu anstrengend ist, erhält es unterstützende Hilfe bzw. Tipps von Pädagog*innen, um das Kind herauszufordern, damit es lernt, eine selbstgewählte Aufgabe auch zu beenden. 

 

Ganzheitliches Lernen
Kinder können Dinge von „allen Seiten“ betrachten und so mit allen Sinnen ganzheitlich lernen.

Fehlerfreundlichkeit: Fehler= notwendige Wegweiser; durch Fehler wird das Kind sensibilisiert und zu Veränderungen ermutigt.

 

Lernen aus eigenem Antrieb in sensiblen Phasen
Kinder benennen, was sie lernen möchten, erhalten anfangs Tipps bzw. Materialangebote zu ihrem Lernwunsch. Kinder, die gerne forschen, lernen über das Forschen (Bücher ansehen, Texte lesen, Bilder betrachten, Bilduntertexte lesen und verstehen…) an ihren selbstgewählten Themen lesen, schreiben, Absprachen mit Partner*innen treffen, Gestaltung von Plakaten…

 

Die Rolle der Pädagog*innen: Partnerschaftliche Begleitung in ihrem Lernprozess
Jedes Kind erhält Einzeleinführungen von den Pädagog*innen (Lernbegleiter*innen), wenn es ein neues Thema bearbeiten möchte.

 

Einzeleinführungen
Im Gespräch erfährt Pädagog*in, welches Wissen das Kind schon besitzt und setzt dort an.

Pädagog*in lehrt nicht, zeigt nur Beispiel(e), das Kind probiert sich selber aus, Pädagog*in zieht sich zurück, Kind arbeitet selbstständig weiter (Beobachtung/Begleitung durch Pädagog*in), das Kind kann nur für sich selber lernen.

Pädagog*innen: Zurückhaltung, Beobachtung, Begleitung, Beratung


Zitate:

„Man kann einen Menschen nichts lehren. Man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu finden!“ (Galileo Galilei)

„Hilf mir, es selbst zu tun!“ (Maria Montessori)

„Es braucht verantwortungsbewusste und hoch kompetente Erwachsene, die nicht die Vorstellung haben, dass sie die Kinder bilden. Sie müssen Suchende sein, die nach dem suchen, was aus den Kindern heraus will. Wenn der/die Lernbegleiter*in keine emotionale Beziehung aufbauen kann, findet auch kein nachhaltiges Lernen statt.“ (Gerald Hüther)

Das Kind möchte unabhängig vom Erwachsenen werden. Es kann selbstbestimmt weiter üben und lernen.
Pädagog*innen müssen selbstkritisch bleiben.

 

Die vorbereitete Umgebung
Die Kinder haben auf alle Materialien (offene Regale) freien Zugriff:

Materialien zur Erarbeitung und Übung zum Lesen-, Schreiben-, Rechnen-Lernen, Material zur Kosmischen Erziehung (Naturinsel)…

Die Regale sind nach Themenbereichen geordnet und übersichtlich strukturiert. Die Kinder erhalten dadurch gute Orientierung. Sie können jederzeit an die offenen Regale gehen und sich entsprechende Materialien zum Lernen / Arbeiten / Üben nehmen. Sie können an ihrem Platz, auf einem Arbeitsteppich oder mit einem Arbeitstablett arbeiten.

Außerdem können sich die Kinder nach Absprache und bei Einhaltung gemeinsam vereinbarter Regeln frei im Schulgebäude und auf dem Schulhof aufhalten, arbeiten und spielen.

Angefangene Arbeiten der Kinder können auf Arbeitsteppichen usw. liegen bleiben und erhalten das Namenschild des Kindes. Diese Arbeiten werden am darauffolgenden Tag fortgeführt bzw. beendet.